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11.8. Klara von Assisi

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Sie lässt sich vom Armutsideal des Franz von Assisi inspirieren, verlässt ihr reiches Elternhaus um dem armen Christus nachzufolgen und einfach das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus zu beachten. Andere Frauen schließen sich ihr sehr bald an und es entsteht eine klösterliche Gemeinschaft, die sich zuerst an der Regel „forma vivendi“ orientiert, die der franziskanischen Ur-Regel ähnelt. Klara ist eine mutige Frau, die von einem tiefen Gottvertrauen erfüllt ist. Die Legende erzählt, dass sie nur mit der Monstranz in der Hand sowohl den Sarazenen als auch den plündernden Truppen Kaiser Barbarossas entgegengetreten ist, und sie jeweils in die Flucht geschlagen hat. Sie beginnt als erste Frau in der Geschichte eine eigene Ordensregel zu verfassen, da sie sowohl die benediktinische Regel, die Kardinal Hugolino ihrem Orden gibt, als auch die Erlaubnis von Papst Innozenz IV gemeinsames Eigentum zu haben, ablehnt. Ihre Regel betont die radikale Armut und die Eigenverantwortung jeder einzelnen Schwester und ist für die damalige Zeit sehr demokratisch. Viele Frauen in ganz Europa fühlten sich davon angesprochen, traten bei den Klarissen ein oder gründeten selbst Klarissenkonvente, wie z.B. Agnes von Prag mit der Klara in engem Briefwechsel stand. Papst Innozenz IV verweigerte aber die Genehmigung der Regel, da er sie mit ihrem strengen Armutsgelübde für Frauen als zu hart empfand. Er änderte seine Meinung erst, nachdem er Klara bei einem Besuch in Assisi persönlich kennengelernt hatte und von ihrer Persönlichkeit tief beeindruckt war. So erhielt sie einen Tag vor ihrem Tod die Nachricht von der Bestätigung ihrer Regel durch den Papst. Klara ist eine Frau, die ihren Weg ohne Kompromisse geht, sie leitet ihre Gemeinschaft mit viel Gottvertrauen und Liebe und setzt so in ihrer Zeit klare Zeichen gegen eine nach Macht und Besitz strebende Kirche. Sie ist mit ihrem Lebensstil auch für uns heute immer noch eine Herausforderung.

Autor: Dr. Ursula Schell, Geistliche Begleiterin des KDFB-Diözesanverbandes Augsburg e. V.
11.08.2019
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