Emily hat durch eine Krankheit und mehrere Operationen ihr Gehör verloren und fühlte sich einsam und ausgegrenzt. Erst mit der Zeit konnte sie ihr Schicksal annehmen und durch den Glauben wieder Mut fassen und ihr Leben in die Hand nehmen. Inzwischen hat sie die Gehörlosensprache und das Lippenlesen erlernt und schaut mit Zuversicht in die Zukunft.
Ihre beeindruckende Geschichte erzählt sie auf diesem Video
Wie Emily geht es vielen Menschen. Laut einer EU- Erhebung von 2019 leiden 13 % der Briten und 10% der Deutschen unter Einsamkeit. Eine britische Studie von 2016 zeigte, dass sich fast die Hälfte der Mütter unter 30 Jahren oft oder ständig einsam fühlte und 82% fühlten sich manchmal einsam. Dies alles sind noch Zahlen vor der Corona Pandemie - inzwischen ist anzunehmen, dass diese Zahlen noch höher liegen.
Da Einsamkeit und das Gefühl, isoliert und ganz unten zu sein, auch das Selbstwertgefühl und die Gesundheit angreifen und in Großbritannien 2016 ein gesellschaftliche Schaden von mindestens 9.537 britische Pfund pro Person und Jahr festgestellt wurde, machte sich Jo Cox für Projekte zur Abhilfe stark. Nach ihrer Ermordung durch einen Rechtsradikalen führte die Jo Cox Foundation ihr Engagement weiter und erreichte 2018 in England die Einrichtung eines „Einsamkeitsministeriums“. Es soll zum Thema Einsamkeit Projekte aus verschiedenen Ressorts vernetzen und bündeln, z .B. aus dem Bereichen Sport, Zivilgesellschaft, Kultur, Digitales und Medien. Derzeit ist Baroness Barran als Staatssekretärin für die Bekämpfung der Einsamkeit zuständig. Sie koordiniert eine interministerielle Arbeitsgruppe aus insgesamt neun Ministerien (Cross Government Ministerial Group on Loneliness).
Maßnahmen und Projekt sind:
Auch der Koalitionsvertrag der deutschen Bundesregierung von 2021 will das Thema Einsamkeit aufgreifen. Dort steht beim Bereich Gesundheit: „Wir schaffen einen nationalen Präventionsplan sowie konkrete Maßnahmenpakete z.B. zu den Themen Alterszahngesundheit, Diabetes, Einsamkeit, Suizid, Wiederbelebung und Vorbeugung von klima- und umweltbedingten Gesundheitsschäden.“
Auch wir als Verband helfen mit, dass Menschen nicht einsam werden, bzw. in ihrer Einsamkeit vor Ort immer wieder einen sozialen Anker finden. Dieses Engagement kann angesichts der erschreckenden Zahlen nicht hoch genug eingeschätzt werden.